Methodenoptimierung zur Bestimmung von Nikotin in pflanzlichen Lebensmitteln

FSMI 2013

Vortrag von Claudia Thräne, 18.02.2013

Claudia Thräne, Ulrich H. Engelhardt
Technische Universität Braunschweig , Institut für Lebensmittelchemie, Schleinitzstr. 20, DE- 38106 Braunschweig


Nikotin ist als Bestandteil von Zigarren-, Zigaretten- oder Pfeifentabak bekannt, da es von der Tabakpflanze synthetisiert wird. Auch bei Nachtschattengewächsen wie Tomaten, Kartoffeln, Auberginen und Paprika sind geringe Gehalte an Nikotin vorhanden. Weiterhin wurde Nikotin z.B. in Bärlapp-, Schachtelhalm- oder Dickblattgewächsen identifiziert [1]. Die Konzentrationen liegen in Lebensmitteln deutlich unter 4 mg/kg und sind toxikologisch unbedenklich [2]. Auch in Tee und teeähnlichen Erzeugnissen konnte teilweise ein Nikotingehalt in geringen Konzentrationen festgestellt werden [3]. Dies veranlasste die EFSA, wie zuvor im Falle der getrockneten Steinpilze, temporäre Höchstmengen vorzuschlagen [4, 5]. Um die Ursachen des Vorkommens von Nikotin in Tee und teeähnlichen Erzeugnissen identifizieren zu können, ist die Bestimmung von Nikotin in zahlreichen Proben nötig. Dazu muss eine Methode zur Verfügung stehen, mit der Nikotin auch im Spurenbereich sicher bestimmt werden kann. Die Optimierung einer HPLC-ESI-MS/MS-Methode zur Bestimmung von Nikotin in pflanzlichen Lebensmitteln, schwerpunktmäßig Tee sowie Kräuter- und Früchtetees, wird beschrieben. Die Aufarbeitungsmethode nach QuEChERS wurde ausgewählt, weil dadurch die Probenaufarbeitung schnell und einfach erfolgt und eine hohe Probenanzahl in kurzer Zeit bearbeitet werden kann. Die Methode hat bereits eine breite Anwendung bei der  Rückstandsanalytik von pflanzlichen Lebensmitteln. Diese wurde modifiziert und an die Matrix der Teeproben angepasst, um valide Analyseergebnisse zu erzielen. Aus den ersten Ergebnissen der Quantifizierung mithilfe eines deuterierten, internen Standards (d4-Nikotin) wurden für dotierte Schwarztee-Proben Wiederfindungen von 88-104% erzielt. Weiterhin wurden Grüntees, Kamillenblüten, Pfefferminzblätter sowie Erdbeerblätter und  früchte auf ihren Nikotingehalt untersucht.

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Lieratur

[1] LEETE, E. (1992); The biosynthesis of nicotine and related alkaloids in intact plants, isolated plant parts, tissue cultures and cell-free systems. In: Petroski, R. J., McCormick, S. P. (Hrsg.); Secondary-Metabolite Biosynthesis and Metabolism. New York: Plenum Press, 121-140.
[2] DOMINO, E. F. (1999); Pharmacological significance of nicotine. In: Gorrod, J., Jacob, P. (Hrsg.); Analytical determination of nicotine and related compounds and their metabolite. Amsterdam: Elsevier Science, 1-11.
[3] BFR (2009) - Bundesinstitut für Risikobewertung; Nikotin in getrockneten Steinpilzen: Ursache der Belastung muss geklärt werden. Stellungnahme 009/2009 des BfR vom 28. Februar 2009.
[4] EFSA (2009); Potential risks for public health due to the presence of nicotine in wild mushrooms. EFSA Journal RN-286, 1-47.
[5] EFSA (2011); Setting of temporary MRLs for nicotine in tea, herbal infusions, spices, rose hips and fresh herbs. EFSA Journal 2011; 9(3):2098