Ausschreibung einer Stelle für die Anfertigung einer Doktorarbeit

Thema:

Reinheitskontrolle von Marzipan: Bestimmung von Süß- und Bittermandelsorten durch Vergleich extrachromosomaler Genomsequenzen (Plastiden) sowie eine darauf basierte Quantifizierung von bitteren Mandelsorten in Marzipan

Ausgangslage:

Die Authentizität von Lebensmitteln ist ein zunehmend kritisches Thema in allen Bereichen der komplexen und globalen Beschaffungskette. Das Thema Produktfälschung, auch als Food Fraud bezeichnet, umfasst nicht nur die absichtliche Um- bzw. Falschetikettierung von Billig- zu Premiumprodukten, sondern auch das Strecken mit minderwertigeren Bestandteilen.

Angaben zur Identität oder zur Herkunft von Rohstoffen können grundsätzlich durch Kontrolle von Dokumenten wie Lieferscheinen oder Rechnungen überprüft werden (Prinzip der Rückverfolgbarkeit). In der Praxis hat sich dieses Verfahren vor allem bei geschickten Manipulationen oft als nicht ausreichend erwiesen, so dass die Notwendigkeit sicherer analytischer Strategien besteht.

Süße Mandeln werden u.a. als Zutat in Marzipanrohmassen, Pralinen und anderen Süßwaren verarbeitet. Auf der Grundlage gesetzlicher Bestimmungen ist in Marzipan der Anteil an bitteren Mandeln auf einen Höchstwert festgelegt. Eine Überschreitung dieses max. erlaubten Gehaltes sowie der Einsatz von entbitterten Bittermandeln ist nicht zulässig. Eine Unterscheidung von bitteren und süßen Mandelsorten ist bislang nicht möglich.

Die Basis für die molekularbiologische Differenzierung (genetic profiling) biologischer Rohstoffe bilden DNA-Sequenzunterschiede, die zwischen unterschiedlichen Arten sowie Sorten zu erwarten sind.
Neben der Kern-DNA kommt in Pflanzen ein Chloroplastengenom vor. Es ist kleiner als das Kerngenom und weist, neben einer viel höheren Kopienzahl, innerhalb einer Spezies im Vergleich dazu eine höhere genetische Variabilität auf. Daher eignet sich die plastidäre DNA hervorragend zur Unterscheidung auch stark verwandter pflanzlicher Rohstoffe. Eine Sortenunterscheidung (Süß-/ Bittermandel) soll daher anhand der maternal vererbten Chloroplastengenome etabliert werden. Zunächst werden umfangreiche Sequenzierungsarbeiten (NGS) relevanter Mandelsorten durchgeführt und die Sequenzen in einer hauseigenen Datenbank abgelegt. Nach Auswertung und Ermittlung von eindeutigen Sequenzmerkmalen werden darauf basierende einfachen Methoden zur objektiven und routinetauglichen Bestimmung dieser Unterschiede entwickelt.

Stellenbesetzung:

Ab dem 16.07.2017 ist die Stelle einer/eines wissenschaftlichen Mitarbeiterin/Mitarbeiters gemäß § 28 Abs. 3 HmbHG zu besetzen. Die Vergütung erfolgt nach der Entgeltgruppe 13 TV-L. Die wöchentliche Arbeitszeit beträgt 19,5 Stunden.

Die Befristung des Vertrages erfolgt auf der Grundlage von § 2 Wissenschaftszeitvertragsgesetz. Die Befristung ist vorgesehen für die Dauer von zunächst drei Jahren. Die Universität strebt die Erhöhung des Anteils von Frauen am wissenschaftlichen Personal an und fordert deshalb qualifizierte Frauen nachdrücklich auf, sich zu bewerben. Frauen werden im Sinne des Hamburgischen Gleichstellungsgesetzes bei gleichwertiger Qualifikation vorrangig berücksichtigt.

Aufgaben:

Zu den Aufgaben einer wissenschaftlichen Mitarbeiterin/eines wissenschaftlichen Mitarbeiters gehören wissenschaftliche Dienstleistungen vorrangig in der Forschung und der Lehre. Es besteht Gelegenheit zur wissenschaftlichen Weiterbildung, insbesondere zur Anfertigung einer Dissertation; hierfür steht mindestens ein Drittel der jeweiligen Arbeitszeit zur Verfügung.

Aufgabengebiet:

Forschung und Entwicklung im Bereich innovativer Lebensmittelanalytik: Anwendung von Next Generation Sequencing (NGS) Verfahren zur Festlegung der biologischen Identität von Süß und Bittermandeln

Einstellungsvoraussetzungen:

Abschluss eines den Aufgaben entsprechenden Hochschulstudiums. Aufgrund der breiten Thematik werden Genetikerinnen/Genetiker, Molekularbiologinnen/Molekularbiologen und Lebensmittelchemikerinnen / Lebensmittelchemiker bevorzugt eingestellt.
Schwerbehinderte haben Vorrang vor gesetzlich nicht bevorrechtigten Bewerberinnen/Bewerbern bei gleicher Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung.

Weitere Informationen:

Für nähere Informationen wenden Sie sich bitte an Prof. Dr. Markus Fischer.

Bewerbungen bitte an:

Bitte senden Sie Ihre Bewerbung mit den üblichen Unterlagen (Bewerbungsschreiben, tabellarischer Lebenslauf, Hochschulabschluss) bis zum 12.06.2017 an:

Prof. Dr. Markus Fischer
Grindelallee 117
20146 Hamburg

fon +49 40 428 38 - 43 57 (Geschäftszimmer Fr. Nagel)
fax +49 40 428 38 - 43 42
markus.fischer@chemie.uni-hamburg.de