Donnerstag, 29.10.2015 - 18:15 Uhr

Tierversuche – Gibt es Alternativen?

Vortrag von Prof. Dr. Gilbert Schönfelder, Leiter der Abteilung Toxikologie und ZEBET Bundesinstitut für Risikobewertung Max-Dohrn-Straße 8-10 10589 Berlin

Vortragsreihe Winter 2015

Veranstaltungsort



Hörsaal ESA1 West (Raum 221)
Universität Hamburg
Edmund-Siemers-Allee 1
20146 Hamburg

Abstract

Das Ziel des Tierschutzes beruht auf dem sogenannten 3R-Prinzip von William Russel und Rex Burch, welches sie in ihrem  publizierten Buch "The Principles of Humane Experimental Technique" bereits 1959 definierten. Die 3Rs stehen für das Replacement (die Vermeidung von Tierversuchen durch den Einsatz von Alternativmethoden), die Reduction (die Verringerung der Anzahl der Versuchstiere auf das Minimum) und das Refinement (die Verminderung des Leidens der Versuchstiere).
Der Tierschutz steht seit 2002 als Staatsziel im Grundgesetz. Um Versuchstieren den bestmöglichen Schutz zu gewährleisten und Tierversuche auf ein unerlässliches Maß zu beschränken wurde im Rahmen der Tierwohl-Initiative des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) das „Deutsche Zentrum zum Schutz der Versuchstiere (Bf3R)“ gegründet.
Mit dem Inkrafttreten des Dritten Gesetzes zur Änderung des TierSchG vom 4. Juli 2013 (TierSchG) und der Verordnung zur Umsetzung der Richtlinie 2010/63/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 22. September 2010 zum Schutz der für wissenschaftliche Zwecke verwendeten Tiere (TierSchVersV) am 13. August 2013 nimmt das Bundesinstitut für Risikobewertung folgende neue Aufgaben wahr:
1. Veröffentlichung der Nichttechnischen Projektzusammenfassung;
2. Beratung der zuständigen Behörden und der Tierschutzausschüsse in Angelegenheiten, die mit Erwerb, Zucht, Unterbringung, Pflege und Verwendung von Tieren in Tierversuchen zusammenhängen;
3. Beratung der zuständigen Behörden in Angelegenheiten, die mit Alternativen zu  Tierversuchen zusammenhängen;
4. Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden anderer Mitgliedsstaaten und der Europäischen Kommission zu Fragen der regulatorischen Relevanz und Eignung der zur Validierung vorgeschlagenen Alternativmethoden.
Zur Sicherstellung der Erfüllung des politischen Willens im Rahmen der Initiative Tierwohl wird Bf3R inhaltlich alle wissenschaftlichen und gesetzlichen Aufgaben zur Verbesserung des Tierschutzes bei Versuchstieren in Deutschland wahrnehmen.
Bf3R forscht auf den Gebieten des Replacements, der Reduction und des Refinements.

CV

Herr Prof. Gilbert Schönfelder leitet seit 1. Oktober 2012 die  Abteilung "Experimentelle Toxikologie und ZEBET" am Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und ist gleichzeitig im Rahmen der gemeinsamen Berufung von BfR und Charité-Universitätsmedizin Berlin Universitätsprofessor für experimentelle Toxikologie. Seine wissenschaftliche Prägung erhielt er als Medizinstudent und Arzt am Universitätsklinikum Benjamin Franklin der Freien Universität Berlin.

2003 wurde er als Juniorprofessor an die Charité-Universitätsmedizin Berlin berufen. Von 2007 bis 2010 war er Universitätsprofessor am Lehrstuhl Toxikologie der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Es folgte der Ruf als Universitätsprofessor an das Institut für Klinische Pharmakologie und Toxikologie der Charité.

Herr Prof. Schönfelder ist Facharzt für Pharmakologie und Toxikologie, sowie für klinische Pharmakologie. Schwerpunkt seiner Arbeit ist die molekulare und experimentelle Toxikologie, sowie die Entwicklung und Validierung von Alternativmethoden zum Tierversuch.

EMail: Gilbert.Schoenfelder@bfr.bund.de